Wissenswertes von, über und zu Norwegen

 
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Währung: 1 Norwegische Krone (NOK) = 100 Öre, 1 NOK =  0,1207 Euro
 
Norwegen, an der Westflanke der Skandinavischen Halbinsel, mißt von Süd nach Nord über 1.700 Kilometer, ist allerdings nur zwischen 15 und 400 (im Süden) Kilometer breit. "Wahrzeichen" des Königreiches sind die unzähligen kleinen Inseln (Schären, ca. 150.000) und die tief ins Landesinnere reichenden Meeresarme (Fjorde) entlang der zerklüfteten Küste. Bei Ausmessung jedes einzelnen Fjordes beträgt die Küstenlänge Norwegens 21.000 Kilometer; dies ist einmalig in ganz Europa. Das Inland ist geprägt von unwegsamem Gebirge, immer wieder unterbrochen von zahlreichen Seen, Flüssen und tosenden Wasserfällen. Die Hochflächen des Landes bestehen aus Ödland oder ausgedehnten Wäldern. Nur knapp ein Drittel der Landesfläche kann landwirtschafltich genutzt werden, und dann meist nur als Weideland.Dank dem warmen Golfstrom bleiben die meisten Häfen Norwegens in den Wintermonaten eisfrei. Entlang der Küste sind die Temperaturen im Winter recht gemäßigt, allerdings gibt es hier im Sommer auch den meisten Regen von ganz Europa. Im Landesinneren dagegen, vor allem in Richtung Norden, ist klirrende Kälte von minus 40°C keine Seltenheit, und Straßen und Wege sind kaum vor Anfang Mai frei von Eis und Schnee.Wasser und Land bilden in Norwegen, zusammen mit dem ganz besonderen Licht des Nordens, eine wilde, faszinierende Landschaft, deren Schönheit sich mit Worten kaum beschreiben läßt und von der nicht nur der Besucher, sondern auch der Einheimische hingerissen ist. Die große Liebe der Norweger zu ihrer Heimat kommt bereits in den ersten Zeilen der Nationalhymne zum Ausdruck:"Ja, wir lieben dieses Land, das, vom Meer zernagt und durchfurcht, mit tausend Heimen aus den Fluten ragt."Seine Freizeit verbringt der Norweger am liebsten beim Sport in freier Natur. Mit gutem Beispiel voran geht König Harald V.: Im Winter werden die Langlaufski angeschnallt, und in den wärmeren Jahreszeiten ist, neben Wandern oder Angeln,vor allem Segeln angesagt. Der Hang zu dieser Sportart liegt den Menschen im Blut: ihre Urahnen, das kühne Seefahrervolk der Wikinger, hatten sich ja schon vor über 1.200 Jahren weit in die Weltmeere vorgewagt.Die Sportbegeisterung der Norweger kam bei den Olympischen Winterspielen 1994 in Lillehammer voll zum Ausdruck. Sportler, Zuschauer und Medien bezeichneten diese Olympiade als die gelungenste und schönste seit langer Zeit; endlich wieder einmal eine Veranstaltung, die sich wirklich auf den Sport konzentrierte und nicht zur kommerziellen Show ausartete!Wie kann man nun als Tourist möglichst viel von Norwegen kennenlernen?Zum unvergeßlichen Erlebnis wird sicherlich eine mehrtägige Kreuzfahrt entlang der Küste, die durch die interessantesten Fjorde bis hoch hinauf in den Norden des Landes führt.Nicht weniger beeindruckend ist eine Zugfahrt quer durch gebirgiges unwegsames Gelände von Oslo nach Bergen. Der Bau dieser Bahnstrecke, die 1909 eröffnet wurde, war mit den vielen notwendigen Brücken und Tunnels eine technische Meisterleistung, wobei leider nicht wenige Arbeiter ihr Leben lassen mußten. Für abgelegene Bergdörfer bedeutet die Eisenbahn im Winter auch heute noch oftmals die einzige Verbindung zur Außenwelt. Verspätungen sind in dieser Jahreszeit allerdings an der Tagesordnung, da trotz der PS-starken Loks die Züge sehr oft im Schnee steckenbleiben.Natürlich wird der Norwegenreisende sicherlich die schöne Hauptstadt Oslo am Ende des fast 100 Kilometer langen Oslofjords besuchen wollen; hier, aber auch in vielen anderen Städten und kleinen Ortschaften des Landes, kann er sich in liebevoll ausgestatteten Museen über Geschichte und Kultur der Norweger informieren. Alleine schon der Anblick der hübschen Holzhäuser (Holz ist das wichtigste Baumaterial in Norwegen), die so wunderbar in diese Landschaft passen, ist eine Augenweide.Norwegen "hautnah" erleben heißt aber in erster Linie: auf Schusters Rappen durch unberührte Natur wandern! Markierte Wanderwege (im Winter Langlaufloipen), auch für Familien mit Kindern geeignet, gibt es im ganzen Land. Zusammengerechnet machen sie über 15.000 Kilometer aus! Verpflegung und auch Übernachtungsmöglichkeit bietet ein weitverzweigtes Hüttennetz. Manchmal führt der Weg an einer sogenannten "Stabkirche" vorbei. Diese hölzernen Gotteshäuser mit ihrer eigenartigen Bauweise, dekoriert mit geschnitzten Drachenköpfen und anderen alten Wikingersymbolen, stammen teilweise aus dem 12. Jahrhundert. Zu damaliger Zeit soll es in Norwegen fast 1.000 solcher Kirchen gegeben haben.Der Wanderer, der sich an einem warmen Sommertag seiner Kleidung entledigen möchte, um ins erfrischende Naß eines Sees oder Baches zu steigen, sollte vorher der näheren Umgebung einen prüfenden Blick gönnen; nicht etwa wegen neugieriger Zuschauer, sondern wegen der vielen Kreuzottern, die es vor allem im Süden des Landes gibt. Wer möchte schon durch einen falschen Tritt solch ein Reptil aus seinem "Mittagsschlaf" schrecken und die Giftzähne in seiner Wade spüren!
Weniger lebensgefährlich, dafür aber weitaus angriffslustiger und in größerer Zahl vertreten, ist ein anderes Tier: die gemeine Stechmücke. Um sich vor ihren Stichen zu schützen, bestehen mehrere Möglichkeiten:
1. Man reibt sich mit Ölen ein, deren Geruch die Plagegeister vertreiben soll (manchmal hat man das Gefühl, daß gerade das Gegenteil erreicht wird).
2. Man fährt mit dem Schiff weit hinaus aufs offene Meer (da gibt es nämlich keine Mücken).
3. Man kleidet sich so, daß möglichst keine nackte Haut mehr frei ist - fürs Gesicht gibt es eine Art Netz (dann sieht man fast wie ein Imker aus und friert bestimmt nicht)
4. Man ignoriert die Biester und hofft, daß das Übel an einem vorüberzieht.
Eine ausgedehnte Tour in den ursprünglichsten und nördlichsten Teil Norwegens, in die Finnmark und zum Nordkap, ist kein Sonntagsspaziergang, und man sollte schon über eine gute körperliche Kondition verfügen. Wer zum ersten Mal in diese Wildnis möchte, wo in der weiten Tundra die großen Rentierherden der Lappen oder, besser, Samen weiden, sollte sich am besten einem ortskundigen und erfahrenen Führer anvertrauen.

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